Fallhöhe bei Kartons - Was ist das?

Wie tief darf ein Verpackungskarton fallen, ohne Beschädigungen seines Inhalts zu riskieren?

Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend für die Auswahl von Kartons, die beim Transport besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Denn sie gibt Auskunft über die Stabilität gefüllter Kartons. Damit unterscheidet sich der Fallhöhentest von anderen Qualitätsprüfungen, die sich entweder nur auf die zur Herstellung verwendete Pappe oder aber den leeren Karton beziehen.

Was muss ein Karton aushalten? 

Umwelteinflüssen und Beschädigungen schützen. Dabei sind sie oft hohen Belastungen ausgesetzt. Beim Transport können sie herunterfallen oder an scharfe Ecken und spitze Kanten stoßen. Und weil sie meist gestapelt werden, müssen sie auch den Druck der oberen Kartons aushalten. Damit Sie sicher sein können, dass die von Ihnen gewählten Kartons diesen Bedingungen gewachsen sind, gibt es Qualitätsstandards, die in genormten Tests überprüft werden. Gängige Qualitätsprüfungen sind Tests auf 

  • Kantenstauchwiderstand
  • Durchstoßwiderstand
  • Flachstauchwiderstand
  • Berstfestigkeit

 

Hochwertige Kartons bestehen diese Tests mit Bestwerten und sollten deshalb bevorzugt verwendet werden. 

Ein für die alltägliche Praxis besonders wichtiger Wert ist außerdem die Fallhöhe, die ein KartonKartons sollen die darin verpackten Waren beim Transport und im Lager vor unbeschadet übersteht. 

Wie wird die Fallhöhe getestet? 

Für die Bestimmung der Fallhöhe eines Kartons ist ein genormter Test vorgeschrieben. Dabei wird ermittelt, aus welcher Höhe ein Karton zu Boden fallen kann, ohne dass dabei der Kartoninhalt beschädigt wird. Eine weitere Vorgabe fordert, dass dieser Karton auch nach dem Aufprall noch weiter für den Transport genutzt werden kann. 

Wichtig ist, dass der Karton bei dem Fallhöhentest mit Ware gefüllt ist. Und weil das Gewicht des Inhalts mit entscheidend dafür ist, welche Fallhöhe der Karton unbeschadet übersteht, wird der Test je nach Gewicht bei verschiedenen Höhen durchgeführt: je schwerer der gefüllte Karton, desto geringer die Fallhöhe, die er überstehen muss. Damit wird berücksichtigt, dass schwerere Kartons im Vergleich zu den leichteren schon bei niedrigeren Höhen Schaden nehmen. 

Je nach Gewicht werden die Kartons beim Fallhöhentest aus folgenden Höhen fallen gelassen: 

  • Kartongewicht weniger als 10 kg: Fallhöhe beim Test 80 cm
  • Kartongewicht 10 bis 20 kg: Fallhöhe beim Test 60 cm
  • Kartongewicht 20 bis 30 kg: Fallhöhe beim Test 50 cm
  • Kartongewicht 30 bis 40 kg: Fallhöhe beim Test 40 cm
  • Kartongewicht 40 bis 50 kg: Fallhöhe beim Test 30 cm
  • Kartongewicht 50 bis 70 kg: Fallhöhe beim Test 20 cm

 

Der Test im Labor 

Damit die Werte, die beim Fallhöhentest ermittelt werden, vergleichbar sind, muss er unter exakt definierten Bedingungen durchgeführt werden. Neben den einzuhaltenden klimatischen Vorgaben ist auch die eigentliche Durchführung des Tests standardisiert. Diese Bedingungen sind in der Norm DIN ISO 2248 genau beschrieben. So läuft der Test ab: 

  1. Der mit dem entsprechen Gewicht befüllte Karton wird in der Halterung eines Falltisches befestigt, die zuvor auf der jeweiligen Fallhöhe fixiert wurde.
  2. Dann wird der Haltemechanismus gelöst und der Karton fällt auf eine ebene Fläche.
  3. Dieser Vorgang wird zehnmal wiederholt, wobei der Karton aus verschiedenen Winkeln fallen gelassen wird. Dazu wird die Haltevorrichtung so eingestellt, dass der Karton sechsmal auf einer Fläche aufkommt, dreimal auf einer seitlichen Kante und einmal auf einer Ecke.

Je nach der Form des zu prüfenden Kartons können die Testbedingungen etwas variieren. Die Fallhöhe richtet sich nach dem Gewicht: je schwerer der Karton desto niedriger der Fall, den er unbeschadet überstehen muss. Dies entspricht den Bedingungen in der Praxis, denn es ist realistisch, dass schwerere Karton nicht so hoch gehoben werden wie leichtere und daher auch nicht so tief fallen können. Auch die anderen Testbedingungen sind sehr praxisnah gestaltet und berücksichtigen die typischen Arbeitsabläufe beim Umgang mit Kartons – Tragen, Stapeln, Be- und Entladen. 

Fallhöhe bei besonderen Anforderungen 

Obwohl der Fallhöhentest schon recht nah an der Praxis ist, kann er nicht alle Besonderheiten des alltäglichen Arbeitens mit Kartons abdecken. So gelten zum Beispiel besondere Qualitätsanforderungen für den Transport von Wein und anderen Flüssigkeiten oder auch für Gefahrgüter. 

Kartons, in denen Flüssigkeiten transportiert werden, wei z.B. Weinkartons werden immer mit einer Fallhöhe von 80 cm getestet. Nur wenn der Inhalt einen Sturz aus dieser Höhe unbeschadet übersteht, ist der Karton dafür geeignet. 

Noch strenger sind die Anforderungen bei Kartons für Gefahrguttransporte. Hier gibt es drei verschiedene Klassen.

- Verpackungsgruppe X (sehr gefährliche Stoffe): Fallhöhe 180 cm

- Verpackungsgruppe Y (mittelgefährliche Stoffe): Fallhöhe 120 cm

- Verpackungsgruppe Z (wenig gefährliche Stoffe): Fallhöhe 80 cm

Mit Qualität auf der sicheren Seite

Wenn ein Karton diese Tests bestanden hat, kann er ohne Bedenken eingesetzt werden. Er übersteht dann die vielfältigen Beanspruchungen, denen er beim transportieren und lagern ausgesetzt ist. Er schützt seinen Inhalt, auch wenn er zum Beispiel im Versandzentrum rau behandelt wird. Dort wird er von Maschinen auf der Sortieranlage hin und her geschoben, von Mitarbeitern geworfen und gestapelt und im Transportfahrzeug durchgeschüttelt. Auch beim Ausliefern an den Empfänger kann er noch herunterfallen oder gegen harte Kanten prallen. Qualitativ hochwertige Versandkartons aus Pappe sind genau darauf ausgelegt. Und wenn es um den Versand oder Transport besonders empfindlicher Waren geht, helfen Spezialkartons, die noch strenger auf ihre Belastbarkeit getestet werden. Ob edler Wein oder verschiedene Gefahrgüter, für jede Versandaufgabe gibt es den optimalen Karton. Wenn dann bei Verpacken noch das geeignete Füllmaterial eingesetzt wird und der Karton mit hochwertigen Verschlusslösungen gesichert wird, kommt die Ware mit Sicherheit unversehrt an.

 
 
 

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