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Produktion von Kartons, Klebeband, Beutel, Folien und vielem mehr.....     

Karton-Maße korrekt ermitteln

 

Die Größe eines Kartons hat Auswirkungen in mehreren Bereichen.

Zunächst einmal ist wichtig, ob die Ware, die verpackt werden soll, in den Karton hinein passt und sich auch problemlos wieder entnehmen lässt. Ist der Karton allerdings ein wenig zu groß, können die Portokosten im Versand schlagartig steigen.

Wenn keine passenden Standardkartonagen zur Verfügung stehen sind Kartons nach Maß eine optimale Option, denn man erhält den passenden Karton für sein Produkt und spart zusätzliches Füllmaterial.

Beim Transport auf Paletten ist entscheidend, wie viele Kartons darauf sicher gestapelt werden können und ob der zur Verfügung stehende Platz optimal ausgenutzt wird. Wer also für den Transport oder Versand etwas in Kartons verpacken will, muss die richtigen Maße kennen. Dabei sind mehrere Angaben zu ermitteln. Zu den üblichen Abmessungen wie Länge, Breite und Höhe sind bei Kartons noch einige Werte zusätzlich zu berücksichtigen.

  • Wie ermittelt man das Innenmaß und das Außenmaß korrekt? 

  • Was bedeuten die Begriffe Rillmaß und Nutzmaß?

  • Und wie misst man all das richtig?

 

Die wichtigsten Karton-Maße

Wenn es um die Abmessungen von Kartons geht, sind vier verschiedene Angaben nötig. Neben den üblichen Maßen für Länge, Breite und Höhe ist bei Kartonagen auch die Deckelhöhe zu beachten, wenn man der Karton mit einem Stülpdeckel verschlossen wird.

Die Maßangaben werden international einheitlich in Millimetern angegeben. Auch die Reihenfolge ist standardisiert, damit es keine Verwechslungen gibt. Es gilt: Länge (L) x Breite (B) x Höhe (H) bzw. bei Stülpdeckelkartons die Deckelhöhe.

Um alle Fehlerquellen bei den Maßangaben möglichst auszuschließen, wurden die folgenden Angaben festgelegt:

Mit Länge L ist das Maß der längsten Seite beim offenen Karton gemeint. Sie ist mindestens so lang wie die Breite und bei quadratischen Kartons identisch mit der Breite.

Die Breite B bezeichnet das Maß der kürzeren Kartonseite.

Die Höhe H gibt an, wie wie viele Millimeter zwischen dem Boden des Kartons und seiner Öffnung liegen.

Bei zweiteiligen Kartons wie z.B. dem Stülpdeckelkarton ist noch die Deckelhöhe wichtig. Sie bezeichnet das Maß zwischen Deckelboden und der offenen Kante des Deckels.

 

Richtig messen bei Kartons

Die einheitlichen Begriffe für die Kartonmaße und ihre festgelegte Reihenfolge erleichtern die korrekte Angabe der Maße. Doch es gibt noch mehr zu beachten. Wo wird gemessen – außen oder innen? In der Welt der Kartonagen gibt es die Bezeichnungen Innenmaß, Außenmaß, Rillmaß und Nutzmaß. Das Nutzmaß entspricht  normalerweise dem Innenmaß. Die drei anderen Maßangaben unterscheiden sich jedoch im Detail.

Standard ist das Innenmaß

In der Regel beziehen sich die Maßangaben für Kartons auf deren Innen- oder Nutzmaß. Es wird ermittelt, indem die Längen der Innenkanten des geöffneten Kartons gemessen werden. Der Abstand zwischen den sich jeweils gegenüberliegenden Seiten entspricht dabei der Länge bzw. der Breite des Kartons. Die Höhe wird vom Innenboden bis zur Oberkante der Seitenteile gemessen. Wenn es sich um Faltkartons mit Innenklappen handelt, muss die Materialstärke dieser Innenklappen von dem ermittelten Wert abgezogen werden. Die Stärke der Außenklappen wird hierbei nicht berücksichtigt.

Das Innenmaß ist zum Standard für die Kartonmaße geworden, weil es Auskunft darüber gibt, wie groß die die Gegenstände sein dürfen, die in dem Karton verpackt werden sollen.  Dabei sollte man jedoch immer mit einer Toleranz von etwa 3 Millimetern rechnen. Dann ist man auch bei produktionsbedingten Abweichungen bei der Materialstärke der Wellpappe auf der sicheren Seite. Wird der Karton aus gestanzter Pappe gefertigt, kann die Toleranz etwas geringer bemessen werden.

Wichtig ist es auch, einen Karton zu wählen, dessen Innenmaß einige Millimeter größer ist als die Abmessungen der zu verpackenden Ware. Das erleichtert sowohl das Verpacken als auch das spätere Herausnehmen der Artikel. Handelt es sich dabei um besonders empfindliches Gut, sind weitere 50 bis 100 mm beim Innenmaß zu addieren. Dann kann beim Verpacken Füllmaterial genutzt werden, um den Kartoninhalt optimal zu schützen.

Beispiel-Rechnung

Sie möchten einen empfindlichen Gegenstand verpacken, der 50 cm lang, 40 cm breit und 12 cm hoch ist. Zum Schutz sollten z.B. Verpackungschips genutzt werden. Dazu benötigten Sie einen Karton mit den Mindest-Innenmaßen 555 mm x 455 mm x 175 mm. Dies entspricht den Maßen des Gegenstandes plus 5 mm Toleranz plus mindestens 50 mm Platz für das Polstermaterial.

Optimal lagern: Außenmaß beachten

Wenn Kartons gelagert, gestapelt oder transportiert werden sollen, ist nicht nur innen Innenmaß wichtig. In diesen Fällen kommt es auch auf das Außenmaß an, um den Platz im Lager oder im Transporter optimal auszunutzen. Besonders anschaulich wird dies, wenn Paletten zum Einsatz kommen. Paletten haben genau festgelegte Standard-Abmessungen, nach denen sich Lager und Transportmittel richten. Deren Flächen sind so ausgelegt, dass Paletten exakt nebeneinander passen. Um keinen wertvollen Platz zu verschenken und auch, um ein Überstehen der Kartons zu verhindern, müssen sich auch die äußeren Abmessungen der Kartons nach der Palettengröße richten. Das Karton-Außenmaß wird ermittelt, indem die Längen der Seitenteile bei geschlossenem Karton gemessen werden und die Materialtoleranz von je 5 mm dazu addiert wird. 

Noch genauer: das Rillmaß

Mit Rillen sind die eingearbeiteten Knicke gemeint, an denen Faltkartons aufgestellt werden. Das Rillmaß gibt die Länge zwischen den Mitten der Rillen bei flachgelegten Kartons an. Bei Kartons aus dünnem Material entsprecht das Rillmaß praktische dem Innenmaß. Wichtig wird dieses Maß aber bei dickeren Kartons, beispielsweise aus zweiwelliger Wellpappe. Dann unterscheiden sich das Innenmaß und das Außenmaß eines Kartons um die halbe Materialstärke. Anders ausgedrückt: das Rillmaß entspricht der ziemlich genau der Mitte von Innenmaß und Außenmaß der gegenüberliegenden Kartonseiten.

Eine weitere Besonderheit ist bei gestanzten Wellpappe-Kartonagen zu beachten. Hier unterscheidet man bei der Wellpappe Welle und Hau. Dabei ist die Welle diejenige Seite, zu der die Wellen parallel laufen. Hau bezeichnet die Seite, die senkrecht zu den Wellen steht. Die Längen der Stanzflächen der Pappe werden in werden in den Abmessungen für Welle und Haus angegeben. Der Angabe „Welle x Hau“ in Millimetern kann man also nicht nur die Abmessungen der Pappe entnehmen, sondern auch die Ausrichtung der Welle. Weil von dieser Wellenausrichtung die Stabilität des Kartons abhängig ist, kann man aus der Angabe von Welle und Hau auf die Qualität der Wellpappe und damit des Kartons schließen.

Praxistipps zum richtigen Messen von Kartons

Die Abmessungen von Kartons zum Verpacken, Lagern und Versenden sind wichtig für reibungslose Arbeitsabläufe und wirtschaftliches Kalkulieren. Beim Messen muss der jeweilige Einsatz berücksichtigt werden.

Sollen Kartons gelagert und gestapelt werden, kommt es auf das Außenmaß an. Um zum Beispiel den Platz auf Paletten optimal auszunutzen, kann man palettenoptimierte Kartons verwenden. Deren Maße sind an die Gegebenheiten der Lagerfläche angepasst und daher besonders effizient.

Auch beim Versand als Paket ist das Außenmaß entscheidend, um die Versandkosten optimal zu gestalten. Hierbei empfiehlt es sich, auf die speziell für die Größenvorgaben der Versandunternehmen optimierten Kartons zurückzugreifen. Für Paketdienste wie DHL, DPD, UPS, Hermes oder GLS sind Kartons in vielen gängigen Größen erhältlich.

Normalerweise werden bei Kartons die Innenmaße angegeben. Beachten Sie beim Kauf der Kartons, dass Sie diese etwas größer wählen als die zu verpackenden Gegenstände, um das Ein- und Auspacken zu erleichtern. Auch eventuell nötiges Füllmaterial muss bei der Größenwahl mit 5 bis 10 cm zusätzlich berücksichtigt werden.

Bei Kartons aus dickerem Material ist das Rillmaß zu berücksichtigen. Je dicker die Wellpappe, desto größer sind die Unterschiede von Innenmaß und Außenmaß.

Berücksichtigen Sie beim Kauf von Kartons auch die produktionsbedingte Toleranz bei der Stärke der Kartonwände. Einige Millimeter mehr sollten Sie immer einplanen.

Prüfen Sie bei gestanzter Pappe die Angaben von Welle und Hau. Sie geben wichtige Aufschlüsse über die Stabilität des Kartons.

 

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